Der Geist von Taizé, eine ideale Vorbereitung auf die Firmung

Im August (22.-25.8.2002) fuhr eine Gruppe von 12 Jugendlichen und 5 Betreuer/-innen unseres pastoralen Raumes im Rahmen der Firmvorbereitung nach Taizé. Wir zelteten auf einem Campingplatz in Cluny, einer kleinen Stadt in der Nähe von Taizé. Cluny ist bekannt für seine Abtei, einer Kirche, die einmal die größte der Christenheit war. Außerdem sind dort noch sehr viele romanische Wohnhäuser erhalten. Insgesamt also ein sehr malerisches und interessantes Städtchen.

Unsere Fahrt konzentrierte sich allerdings auf Taizé, wohin wir auch jeden Tag fuhren. Von Taizé waren wir alle sehr fasziniert und beeindruckt. Dieser Ort strahlt eine faszinierende Atmosphäre und eine beeindruckende Ruhe und Zufriedenheit aus - trotz des dort herrschenden Trubels von Tausenden Besuchern . Die Gemeinschaft dort ist unglaublich. Die Besucher kommen aus der ganzen Welt, sprechen sehr unterschiedliche Sprachen. Jeder ist gut gelaunt und alle verstehen sich bestens – wahrscheinlich, weil sie der Glaube an Gott in Taizé zusammenführt.

In Taizé wurde uns die 1940 gegründete Gemeinschaft um Frère Roger erklärt und näher gebracht. Wie nahmen an einer zweisprachigen (französisch und englisch) Bibeleinführung teil und gingen jeden Tag um 20.30 Uhr zum großen Abendgebet. Die Teilnahme an den gemeinsamen Gebetsstunden war eine sehr positive Erfahrung. Es läuft ganz anders ab, als ein gewöhnlicher Gottesdienst bei uns. Die "Andachten" bestehen zum größten Teil aus dem gemeinsamen Singen von Liedern. Es wunderte anschließend niemanden, dass die Gesänge aus Taizé so großen Anklang finden, wenngleich bei uns nur das Halleluja bekannt und beliebt ist. Die Lieder sind einfach ergreifend und auch die Atmosphäre in der Kirche selbst ist mitreißend und erweckt bei jedem Besucher eine Gänsehaut: dieser Moment, in dem um die 3000 Menschen ein Lied anstimmen...

Abends nach dem Gebet ging es dann zu "Oyak", einem großen Treffpunkt für die Jugendlichen. Es war unglaublich wie fröhlich, ausgelassen und trotzdem vollkommen friedlich man dort feiern konnte. Verschiedene Gruppen veranstalteten Tänze oder spielten mit Gitarren ein paar allgemein bekannte Lieder und einfach jeder bekam gute Laune. Man tanzte mit Personen, die man nicht kannte und deren Sprache man auch nicht verstand, aber es war einfach lustig! Schon nach dem ersten Abend hatte jeder von uns "Feuer gefangen". Jeder von unserer Gruppe war völlig fasziniert von diesem unglaublichen Treiben und wir alle wollten auch am nächsten Tag wieder unbedingt dorthin.

Taizé ist ein Ort, an dem man sehr stark in’s Grübeln kommt. An Orten wie der Quelle, die etwas abseits liegt, wo absolute Stille herrscht, denkt man über "Gott und die Welt" und vor allem den Sinn des Lebens nach. Über Taizé liegt ein Geist, der irgend etwas "magisches" und anziehendes hat. Irgendwie mitreißend!

Für weitere Informationen hat Taizé auch eine eigene Homepage im Internet unter: www.taize.fr

Stefanie Ohmeis