
"Spring 2002"
Liebe Aktive unsere Gemeinde,
liebe am Projekt "Spring 2002" Interessierte,
vom 21. Mai bis 2. Juni waren Frau Esther Alkonga (Philippinen) und Father Dr. Clement Ebii (Nigeria) Gäste bei uns um eine Bestandsaufnahme unserer Gemeinde zu machen. Sie haben viel gesehen und gehört und uns in der Abschlußveranstaltung eine sehr ausführliche Reflexion Ihrer Eindrücke gegeben. Wir werden versuchen ein Extrakt dieser Reflexion für alle Gemeindemitglieder zugänglich zu machen und natürlich weiter im Pfarrgemeinderat über das gehörte diskutieren.
Es ist ganz offensichtlich das der Besuch auch in den anderen Gemeinden im Bistum Limburg ganz ähnlich empfunden wurde und zu sehr vergleichbaren Resultaten geführt hat. Bitte nehmen Sie sich Zeit die folgenden beiden Pressemitteilungen des Bistums zu lesen:
"Gut strukturiert, aber ohne spirituelle Ausstrahlung"
05.06.02 http://www.kath.de/bistum/limburg/
14 Gäste aus der Weltkirche beenden am kommenden Sonntag ihren Aufenthalt in Deutschland im Zuge der Aktion "Spring 2002"
LIMBURG
(ids). - Nicht unbedingt neue, aber in ihrer Deutlichkeit
nachdenklich machende Einsichten in das Leben von sieben
beteiligten Gemeinden vermittelt zur Zeit das Projekt
"Spring 2002" im Bistum Limburg, das das Referat
Weltkirche des Bischöflichen Ordinariates und die Bezirksämter
gemeinsam durchführen. Eine wesentliche Rolle in diesem Projekt
spielen 14 Gäste aus verschiedenen Regionen der Weltkirche, die
sich noch bis Ende der Woche im Bistum aufhalten. Knapp drei
Wochen haben die Gäste jeweils zu zweit in Gemeinden des Bistums
gewohnt, am dortigen Kirchenleben teilgenommen und werden jetzt
ihre Eindrücke als "Feedback" an ihre Gastgeber
zurückgeben.
"Es ist wirklich alles gut strukturiert und organisiert,
auch im Gottesdienst", so sagt es eine Teilnehmerin aus
Mauritius. "Was aber fehlt in der Gemeinde und in der Messe
ist die spirituelle Ausstrahlung. Es wird kaum gebetet. Und wenn,
dann nur in Formeln und abgelesen aus dem Gesangbuch." Das
war wohl die überraschenste Erkenntnis für die Besucher aus der
Weltkirche. Allen Gästen fehlt das spontane Element in den
deutschen Gemeinden, die dem "Geist keinen Raum lassen,
sondern ihn und Christus hinter Gittern einsperren - real und
sinnbildlich", wie es ein anderer Teilnehmer ausdrückte.
Am ersten Tag des Auswertungsworkshops haben die 14 Gäste
zunächst im eigenen Kreis zusammengetragen, was sie in den
letzten Wochen erlebt haben, bevor am zweiten Tag der Auswertung
auch Vertreter der Gastgemeinden hinzukommen. Diese werden dann
beispielsweise mit der Erfahrung konfrontiert, dass es aus Sicht
der Gäste zwar viele Aktivitäten in den besuchten Gemeinden
gibt, die jedoch wohl nur von wenigen aktiven Gemeindemitgliedern
"gemanagt" werden. Auffällig für die Gäste ist auch,
dass die Jugend und die Generation der jungen Erwachsenen fast
ganz fehlt. Mit ein Grund dafür ist nach Ansicht der Besucher,
dass in unseren Kirche nur eine "alte Sprache" und
"alte Musik" benutzt werden. Damit könne man die
Jugend natürlich nicht anziehen. Es fehle einfach "das
Leben".
Nach dem Auswertungsworkshop, der noch bis Donnerstag, 6. Juni,
im Priesterseminar in Limburg stattfindet, und nach der
offiziellen Verabschiedung im Rahmen des Katechetenfestes am
Sonntag, 9. Juni, werden die Gäste wieder in ihre Heimatländer
zurückkehren. In den Gemeinden aber, in denen sie in den
vergangenen Wochen waren, geht das Projekt "Spring
2002" dann in die nächste Phase: Die Rückmeldungen der
Besucher aus der Weltkirche und die Ergebnisse des
Auswertungstreffens sollen als Anregungen für das pastorale
Leben vor Ort nutzbar gemacht werden. (ID02207)
"Hören auf das, was Menschen aus anderen Kulturen und Ländern uns sagen"
09.06.02 http://www.kath.de/bistum/limburg/
Bistum verabschiedete 14 Gäste aus der Weltkirche, die im Rahmen der Aktion "Spring 2002" drei Wochen das Leben in Gemeinden begleitet und beobachtet haben
LIMBURG (ids). - Im Rahmen des
Katechetenfestes 2002 in Limburg wurden 14 Gäste aus Afrika,
Asien und Südamerika verabschiedet, die für drei Wochen das
alltägliche Leben in sieben Gemeinden des Bistums begleitet und
beobachtet haben. "Spring 2002" haben die
ausländischen Teilnehmer und die Kontaktleute im Bistum diese
Aktion genannt, um damit etwas von dem Frühling, der Dynamik und
dem Aufbruch auszudrücken, der von der Aktion ausgehen soll. Es
ist dies für die Gemeinden und das Bistum der Versuch, durch die
Wahrnehmung von außen neue Anstöße für ihre Pastoral vor Ort
zu erhalten.
Bischof Kamphaus beschrieb in seiner Predigt im
Abschlussgottesdienst des Katechetenfestes die Aufgabe so:
"Hören auf das, was Menschen aus anderen Kulturen und
Ländern uns zu sagen haben." Schon in seiner Begrüßung am
Morgen des Festes hatte er unterstrichen, dass im Fremdsein auch
eine Chance liege. Wie alles im Leben, so werde auch der
kirchliche Alltag durch die Diskrepanz von Distanz und Nähe
geprägt. Manchmal sei die Distanz notwendig, um die eigenen
Fehler besser erkennen zu können. Auch liege im Verlust von
Vertrautheit die Chance zu einem neuen Aufbruch.
"Es ging uns nicht darum, das Gemeindeleben zu
bewerten", machte einer der Gäste aus Südamerika deutlich.
"Aber wir können durch unsere Fragen und durch Hinweise auf
das, was uns aufgefallen ist, vielleicht helfen, dass ihr eure
Probleme deutlicher erkennt." Was den Besuchern aufgefallen
ist, das haben sie in ihren Gastgemeinden mit den pastoralen
Teams, den Pfarrgemeinderäten und beteiligten Gruppen
besprochen. "Wir haben gespürt, dass die meisten dankbar
sind für unsere Eindrücke und Fragen. Bei manchen aber haben
wir den Eindruck, dass unser Besuch und unser Aufenthalt nur eine
weitere Veranstaltung war. Bei diesen werden die Ergebnisse wohl
schnell abgelegt und vergessen sein."
"Es ist wirklich alles gut strukturiert und organisiert,
auch im Gottesdienst", so sagte es eine Teilnehmerin aus
Mauritius. "Was aber fehlt in der Gemeinde und in der Messe
ist die spirituelle Ausstrahlung. Es wird kaum gebetet. Und wenn,
dann nur in Formeln und abgelesen aus dem Gesangbuch." Das
war wohl die überraschenste Erkenntnis für die Besucher aus der
Weltkirche. Allen Gästen fehlt das spontane Element in den
deutschen Gemeinden, die dem "Geist keinen Raum lassen,
sondern ihn und Christus hinter Gittern einsperren - real und
sinnbildlich", wie es ein anderer Teilnehmer ausdrückte.
"Ihr habt wunderschöne Kirchen, aber sie sind zu. Eure
Kirchen sind geschlossen." Was den Besuchern aus der
Weltkirche ebenfalls aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die
Generation der Jugendlichen und der jungen Erwachsenen fast
völlig im Gemeindeleben fehlt. "Die Kette der
Glaubensweitergabe ist bei Euch unterbrochen", benannte es
ein Teilnehmer ganz ungeschminkt.
Für die Gastgemeinden geht die Aktion "Spring 2002" nach der Abreise der Gäste weiter. Sie sind gefordert, das, was die Gäste ihnen gesagt haben, für ihre Arbeit nutzbar zu machen. Wie aber die Probleme der deutschen Kirche zu lösen sind, das haben die Gäste nicht gesagt. Das müssen die Gemeinden selbst, je nach ihrer Situation selbst bestimmen. Das wird sicherlich kein einfacher Prozess sein, wie aus dem Brief aus einer beteiligten Gemeinde an die ausländischen Gäste deutlich wird. In dem Brief schreibt eine Frau, sie habe das Gefühl, dass sie die Vertreterin der alten Kirche sei, die Gäste aber Vertreter der jungen Kirche. Es sei nicht leicht für sie zu akzeptieren, dass sie "alt" sei.