Liebe Gemeinden im pastoralen Raum Bad Homburg,
wie Sie aus den Medien
erfahren, erlebt die katholische Kirche in Deutschland einen der tiefgreifensten Einschnitte ihrer Geschichte. Der Rückgang
der Zahl der Katholiken, verminderte Kirchensteuereinnahmen, die geringer
werdende Zahl der pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die
dramatisch zurückgehende Zahl von Priestern, markieren diesen Einschnitt.
Im Bistum Limburg ergeben
sich aufgrund dessen folgende Fakten:
- Rückgang der Zahl der
Katholiken in den letzten 20 Jahren um ein Drittel
- dadurch verminderte
Kirchensteuereinnahmen
- drastisch zurückgehende
Zahlen von aktiven Priestern
- Rückgang der Zahl
auszubildender pastoraler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Aufgrund dieser Tatsache hat
der Kirchensteuerrat des Bistums Limburg eine Kürzung des Bistumshaushaltes bis
2007 um 18 Millionen Euro verfügt. Würde man nichts verändern, käme das Bistum
bald in eine finanzielle Schieflage. Ein Konzept „Sparen und Erneuern“ wurde im
Bistum Limburg entwickelt.
Für den pastoralen Raum Bad
Homburg wurde uns in einer Sitzung
am 02. März 2004 mit Herrn
Dr. Th. Schüller, bischöflicher Beauftragter für die Zusammenlegung von
Pfarrgemeinden im Bistum, folgende Fakten eröffnet:
1. Die vier Pfarreien Herz
Jesu, Heilig Kreuz, St. Marien und St. Johannes sollen zu
einer oder zwei neuen Pfarrgemeinden
zusammengelegt werden
2. Verringerung der Zahl der
pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
3. Mit Wegfall der
Kaplanstelle nur ein Pfarrer für die priesterlichen Dienste
in den vier Pfarreien
(mittelfristig weniger Eucharistiefeiern)
4. Stellenreduzierung bei
kirchlichen Angestellten
5. Neue Zuordnung der
Pfarrbüros
6. Die Kirchen sollen
erhalten bleiben
7. Trennung von Immobilien
(im Bistumsdurchschnitt ein Drittel der
Immobilien)
Bis Ende 2007 und spätestens
Ende 2008 soll dieser Prozess im pastoralen Raum abgeschlossen sein.
In den vergangenen Wochen
haben sich der Pastoralausschuss und das Pastoralteam erstmals mit diesen
einschneidenden Fakten befasst. Die einzelnen Pfarrgemeinderäte und
Verwaltungsräte beraten derzeit über diese Vorgaben.
Im Pastoralausschuss des
pastoralen Raums Bad Homburg sollen die Voten der Pfarrgemeinderäte
zusammenlaufen, diskutiert und dem Bischöflichen Ordinariat weitergeleitet
werden.
In den nächsten Monaten wird
über das weitere Vorgehen in den synodalen Gremien der einzelnen
Pfarrgemeinden, im Pastoralteam und
insgesamt in den Pfarrgemeinden beraten werden.
Sicher wird nicht mehr alles
von „Kirche“ getan werden können. Doch muss die Situation zu einer Erneuerung
von Kirche und einer Rückbesinnung auf unserem Auftrag führen. Das ist ein
geistlicher Prozess, der den gegenwärtigen Strukturwandel begleiten muss.
Wir laden die synodalen
Gremien, zusammen mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern und Sie alle ein,
konstruktiv und erneuernd an die uns gestellten, sicher nicht einfachen
Aufgaben zu gehen, die uns die Gegenwart stellen. Es geht darum,
den Übergang konstruktiv zu
gestalten und den Weg in eine erneuerte Zukunft von katholischer Kirche im
pastoralen Raum Bad Homburg zu gehen.
Werner Meuer, Pfarrer Peter
Leuninger
Priesterlicher Leiter Sprecher
des Pastoralausschusses