Dies ist ein aktuelles Schreiben (28.04.2004) von Herrn Pfarrer Meuer und Herrn Leuninger(Sprecher des Pastoralausschusses) zum Thema "Sparen und Erneuern" - Das Sparkonzept im Bistum Limburg:

Liebe Gemeinden im pastoralen Raum Bad Homburg,

 

wie Sie aus den Medien erfahren, erlebt die katholische Kirche in Deutschland einen der tiefgreifensten Einschnitte ihrer Geschichte. Der Rückgang der Zahl der Katholiken, verminderte Kirchensteuereinnahmen, die geringer werdende Zahl der pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die dramatisch zurückgehende Zahl von Priestern, markieren diesen Einschnitt.

 

Im Bistum Limburg ergeben sich aufgrund dessen folgende Fakten:

- Rückgang der Zahl der Katholiken in den letzten 20 Jahren um ein Drittel

- dadurch verminderte Kirchensteuereinnahmen

- drastisch zurückgehende Zahlen von aktiven Priestern

- Rückgang der Zahl auszubildender pastoraler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 

Aufgrund dieser Tatsache hat der Kirchensteuerrat des Bistums Limburg eine Kürzung des Bistumshaushaltes bis 2007 um 18 Millionen Euro verfügt. Würde man nichts verändern, käme das Bistum bald in eine finanzielle Schieflage. Ein Konzept „Sparen und Erneuern“ wurde im Bistum Limburg entwickelt.

 

Für den pastoralen Raum Bad Homburg wurde uns in einer Sitzung

am 02. März 2004 mit Herrn Dr. Th. Schüller, bischöflicher Beauftragter für die Zusammenlegung von Pfarrgemeinden im Bistum, folgende Fakten eröffnet:

 

1. Die vier Pfarreien Herz Jesu, Heilig Kreuz, St. Marien und St. Johannes sollen zu

    einer oder zwei neuen Pfarrgemeinden zusammengelegt werden

 

2. Verringerung der Zahl der pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 

3. Mit Wegfall der Kaplanstelle nur ein Pfarrer für die priesterlichen Dienste

    in den vier Pfarreien

    (mittelfristig weniger Eucharistiefeiern)

 

4. Stellenreduzierung bei kirchlichen Angestellten

 

5. Neue Zuordnung der Pfarrbüros

 

6. Die Kirchen sollen erhalten bleiben

 

7. Trennung von Immobilien

    (im Bistumsdurchschnitt ein Drittel der Immobilien)

 

Bis Ende 2007 und spätestens Ende 2008 soll dieser Prozess im pastoralen Raum abgeschlossen sein.

 

In den vergangenen Wochen haben sich der Pastoralausschuss und das Pastoralteam erstmals mit diesen einschneidenden Fakten befasst. Die einzelnen Pfarrgemeinderäte und Verwaltungsräte beraten derzeit über diese Vorgaben.

Im Pastoralausschuss des pastoralen Raums Bad Homburg sollen die Voten der Pfarrgemeinderäte zusammenlaufen, diskutiert und dem Bischöflichen Ordinariat weitergeleitet werden.

In den nächsten Monaten wird über das weitere Vorgehen in den synodalen Gremien der einzelnen Pfarrgemeinden, im Pastoralteam  und insgesamt in den Pfarrgemeinden beraten werden.

 

Sicher wird nicht mehr alles von „Kirche“ getan werden können. Doch muss die Situation zu einer Erneuerung von Kirche und einer Rückbesinnung auf unserem Auftrag führen. Das ist ein geistlicher Prozess, der den gegenwärtigen Strukturwandel begleiten muss.

 

Wir laden die synodalen Gremien, zusammen mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern und Sie alle ein, konstruktiv und erneuernd an die uns gestellten, sicher nicht einfachen Aufgaben zu gehen, die uns die Gegenwart stellen. Es geht darum,

den Übergang konstruktiv zu gestalten und den Weg in eine erneuerte Zukunft von katholischer Kirche im pastoralen Raum Bad Homburg zu gehen.

 

 

 

 

Werner Meuer, Pfarrer                                            Peter Leuninger

Priesterlicher Leiter                                                Sprecher des Pastoralausschusses

 

 

 

Bad Homburg, 28. April 2004